Wie eiskalt ist dies Händchen . . .
Wer am gestrigen Donnerstag beim Verlassen der Wohnung ziemlich bald
abgestraft wurde, weil er Mütze oder Handschuhe vergessen hatte,
hatte hoffentlich heute früh alles parat gelegt. Schließlich gingen
die Temperaturen noch tiefer in den Keller. In großen Teilen
Thüringens und Sachsens wurde diesmal die -20 Grad- Marke
unterschritten. Bad Elster war mit -23,6 Grad am kältesten.
Nun ist für diese Kälte noch immer das Russland-Hoch DIETER
zuständig. Wer aber einen Blick auf die aktuelle Wetterkarte wirft,
entdeckt auch 2 Tiefdruckgebiete. Tief KATARZYNA ist über der Ostsee
entstanden, weil beständig Kaltluft über die mit 4 Grad
Wassertemperatur recht milde Ostsee streicht. Im Bereich dieses Tiefs
kommt es immer wieder zu Schneefällen. Daher hat sich im Norden und
Nordosten bereits eine bis zu 13 cm dicke Schneedecke gelegt. Da
sich an der Wettersituation nichts Grundlegendes ändert, wird noch
einiges an Schnee durch weitere Schauer hinzu kommen.
Wintersportregion Mecklenburg-Vorpommern??
Beim Blick auf das heimische Barometer mag man sich übrigens
verwundert die Augen reiben: Tiefdruck bei 1034 hPa?? Jawohl,
richtig! Es gibt keinen einheitlichen Druckwert für die Definition
eines Tiefs. Vielmehr definieren sich hoher und tiefer Luftdruck
immer nur relativ zur Umgebung. Verglichen mit 1037 hPa im Saarland
und in Südschweden ist der Luftdruck eben im Ostseebereich
niedriger. Dieses Tief ist nicht sehr hochreichend, deswegen sind die
ausfallenden Schneemengen meist such nur gering.
Über Italien hat ein Tief namens JULIA bedeutend mehr Schnee
abgeladen. So wurde heute früh in Bologna 26 cm Schnee gemessen.
Nun stellt sich natürlich die Frage: wie lange bleibt es denn so
kalt? Die aktuellen Computerberechnungen deuten auch in der nächsten
Woche noch keine Milderung an!
Dipl.-Met. Dorothea Paetzold
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 03.02.2012
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